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Adios, amigos...

Nun ist es soweit, meine Zeit in Granada ist fast vorbei. Ein paar Tage bleiben mir noch, um zu genießen was ich hier liebgewonnen habe, und mich über die Dinge zu ärgern, die mich hier wirklich aufregen. Als „interkulturell kompetente Persönlichkeit“ – so darf ich mich nun dank meines erfolgreich abgeschlossenen Nebenfaches bezeichnen – kann ich das ganze natürlich als wertvolles Material ansehen und dieses aus verschiedenen Perspektiven betrachten, analysieren, und auswerten. Aber als Kristina sage ich folgendes:

Wenn ich so zurück blicke, schau ich auf 4 sehr unterschiedliche Monate zurück. Ein mehr oder weniger katastrophaler Start (Übergepäck, Verspätung, verpasster Bus nach Granada), der ganze Stress mit Wohnung suchen und den Sprachschwierigkeiten die einem das tägliche Leben ganz schön schwer machen können… - der sich dann langsam in die so genannte „Euphorische Phase“ (ups, jetzt ist mir doch etwas rausgerutscht ^^) verwandelt: man nimmt die Umgebung völlig anders wahr, immerhin ist das jetzt das zu Hause für die nächsten Monate. Man entdeckt neue Lieblingsplätze, begeistert sich für „typisch Spanische“ Dinge wie das Tapas essen, und erfreut sich jeden Tag aufs neue über die stetig steigende Gradzahl auf der Temperaturanzeige. Im Sprachkurs knüpft man die ersten Kontakte, und in der Freizeit erkundet man einerseits das Nachtleben und andererseits die - mehr oder weniger - nähere Umgebung. Zumindest so lang man noch kann, denn dann kam auch ganz schnell die Zeit meines Praktikums, und da war es dann so ziemlich vorbei mit der Freizeit. Anfangs noch eher ruhig, dann wurde es langsam mehr, dann 2 Wochen Stress pur, und mittlerweile ist es wieder sehr ruhig. Was ich auf jeden Fall sagen muss ist, dass mir das komplette Team total ans Herz gewachsen ist und es hat super viel Spaß gemacht in so einer persönlichen lockeren Atmosphäre zu arbeiten. Überraschenderweise (für ein Praktikum) wurden wir tatsächlich in fast alle Aufgabenfelder eingearbeitet, angefangen von der Buchungsannahme über den Kontakt mit der entsprechenden Sprachschule, bis hin zum Versenden von Rechnungen; wir waren im Marketingbereich tätig und haben Promotion gemacht, konnten mit unserem entsprechenden landeskundlichen Wissen den ein oder anderen (Geheim-)Tipp an die Kunden weitergeben, oder konnten teilweise sogar komplett eigene Projekte bearbeiten. Monatliche Kuchenback-Aktionen meinerseits (immer zum Geburtstag ^^) oder Pizza- und Tapas-Einladungen vom Chef bzw. anderen Mitarbeitern haben den Spaßfaktor mit Sicherheit genauso erhöht wie diverse youtube-Videos (die wir uns an dem ein oder anderen ruhigen Tag zum Zeitvertreib angesehen haben), skurrile Anmerkung in den Buchungsanfragen, oder einfach nur der ein oder andere Name über den wir gestolpert sind (Alfonso Alfonsin, oder María Jesus García López de la Encarnación – um nur mal zwei Beispiele zu nennen :D ). Ich hatte hier auch das Glück, mit zwei super Mädels zusammen das Praktikum zu machen, Franzi und Elli. Auch wenn es vielleicht nur eine temporäre Freundschaft ist, so haben wir doch eine schöne und lustige Zeit zusammen gehabt.

Ich glaube das trifft es auch gut als zusammenfassendes Fazit. Bevor ich nach Spanien gekommen bin, war die Vorfreude und Erwartung nicht sonderlich groß. Nach den fast 5 Monaten hat sich aber die ein oder andere Ansicht und Einstellung geändert, ich habe viele neue Eindrücke gesammelt, und unheimlich viele Erfahrungen gemacht, sowohl positive als auch negative. Ich bin quer durch den Süden gereist und habe wunderschöne Plätze gesehen. Und ich habe Leute kennen gelernt, die mich daran erinnert haben was im Leben wichtig ist (- und was weniger) das der Schein manchmal trügt, oder das man manchmal einfach kopfüber ins kalte Wasser springen muss. Und herauszufinden dass es sich tatsächlich gelohnt hat, ist jegliche Überwindung/Mühe wert.

Es gibt einige Dinge die ich zu hause definitiv vermissen werde: die Tapas, abends um acht bei 30° den Sonnenuntergang ansehen, die Tatsache dass egal zu welcher Zeit und an welchem Tag einfach immer Leute auf den Strassen sind und die Stadt so lebendig machen, unsere Dachterrasse, das wunderschön klare warme Meer, … Aber ganz oben auf meiner Liste würde man definitiv auch das Irish Pub (Pub Quiz, Open Mic, und Barry der Quizmaster ^^), die Mojito-Bar - und vor allem meinen Barkeeper finden. Abgesehen von den Leuten auf der Arbeit hab ich dort bzw. mit ihm wohl die meiste Zeit verbracht, haha. Aber ich freue mich auch auf mein zu Hause, meine Familie und Freunde, "nur 26°C", richtiges Brot, usw... ;-) Somit muss ich sagen, ich gehe definitiv mit einem tränenden Auge, aber auch mit einem Lachenden, zurück nach Deutschland. Aber zuerst geht’s für mich noch für ein paar Tage nach Barcelona, wo ich hoffentlich Marc aus Sheffield wiedersehe. :-)

Ich hoffe wir sehen uns dann alle ganz schnell wieder, denn ihr habt sicherlich auch noch die ein oder andere Story zu erzählen. Bis dahin, machts gut!!

Eure Kristina

 

6.7.11 21:26


Ein Erdbeben - ein Geburtstag - und ein superschönes Wochenende

Uff, lang ist’s her… und es hat sich natürlich wieder einiges (mehr oder weniger) erzählenswertes ergeben.

Ich fange mal an mit dem 11. Mai - da habe ich einen Anruf bekommen, der in etwa so verlief: „Ja?“ – „KRISTINA!!! GEHT’S DIR GUT??!“ – „ … *stille* … ähm … jaaa … ?!“ – „Na gottseidank, da bin ich ja froh!!“  Kurz darauf wurde ich dann aufgeklärt dass im Radio gesagt wurde, es gab ein Erdbeben mit mehreren Toten in Südspanien, und das ständig Leute anrufen und fragen ob bei mir alles ok wäre, ob das Haus noch steht, usw. Hmm hab ich mir auch gedacht, da bist du in Spanien und kriegst aus Deutschland gesagt was hier so passiert, auch nicht schlecht. Dank Internet habe ich dann aber herausgefunden dass das Epizentrum in dem etwa 200km entfernten Lorca lag. Angeblich hat bei dem ein oder anderen hier die Wand etwas gewackelt, aber das glaube ich mal nur mit Vorsicht, das war ja jetzt nun kein riesen Beben... Gottseidank. ;-) Na jedenfalls geht es mir gut. Aber dieser Anruf war zuerst schon echt etwas verwirrend, haha.

Eine Woche später war dann ja mein Geburtstag. Am Sonntag haben wir mit selbstgemachter Erdbeer-Bowle und Mini-Pizzas auf unserer Dachterrasse hinein gefeiert. Ich hab mich etwas mit der Menge vertan, die Hälfte hätte auch gereicht (sowohl was die Menge als auch den zugefügten Rum angeht, *hust*) – jedenfalls musste die ja getrunken werden, denn wegschütten wollte ich sie nicht. Naja, ich sag mal so: die Nacht war recht amüsant. :D Nach nur wenigen Stunden Schlaf gings dann erst mal auf die Arbeit, und abends war Pub Quiz angesagt. Ich hab eine Flasche Sekt und eine Runde Tequila bekommen, dann wurde unsere Gruppe (Franzi, Elli und ich) ausgelost und wir haben noch mal eine Runde Schnaps bekommen (Rum mit Honig, total lecker!! Aber halt eben Rum, haha). Nachdem mir der „Quizmaster“ auch noch mal übers Mikrofon ein Happy Birthday gewunschen hat, hab ich vom Nachbartisch ebenfalls noch einen Geburtstags-Tequila bekommen. Leute, ich sag euch… DER SEKT WAR SCHULD!!! :D War auf jeden Fall ein lustiger Abend. Gewonnen haben wir zwar nicht, aber wir hatten definitiv Spass. An dieser Stelle auch noch mal ein riesen Dankeschön an eure ganzen Glückwünsche und Päckchen, hab mich echt gefreut!! :-)

Zwei Tage später war dann Besuch angesagt: von meiner Mutter. Der Start verlief alles andere als gut, angefangen von Sprachproblemen und einem völlig bescheuerten System der Autoverleihung am Flughafen in Málaga (dort hat sie sich mit den Eltern von Franzi getroffen), bis hin zu einer abgebrochenen Stadtführung wegen plötzlichem Regenerguss in Granada. Abends waren wir alle zusammen, also mit Franzi + Familie, beim Tapas essen. Am Freitag war es dann zum Glück aber wieder besser. Da haben wir uns die Alhambra angesehen und dann ging es mit einem Mietauto nach Málaga wo wir übers Wochenende ein Zimmer hatten. Von dort aus haben wir dann einen Tagesausflug nach Ronda und weiter nach Gibraltar gemacht. Superschön, empfehle ich auf jeden Fall weiter. Für Ronda reicht aber ein halber Tag, und Gibraltar sollte man nach Möglichkeit unter der Woche machen da am Samstag die Läden nur bis 1 offen haben und Sonntag gar nicht. Natürlich wussten wir das nicht – man sollte ja meinen in so typischen Touristengebieten nutzen die das aus… – also wurde leider nichts aus Shoppen und Cookies kaufen. Aber es gibt ja auch noch etwas mehr zu sehen, und wer Zeit hat kann sich auch noch ein bisschen an den Strand legen. Mit Auto ist man übrigens fast genau so schnell drüben wie zu Fuss, und Rechtsverkehr ist auch. Wenn es also laut Mietvertrag erlaubt ist, kann man da ruhig mit dem Auto reinfahren. Den Sonntag haben wir dann in Málaga verbracht, ebenfalls eine sehr schöne Stadt, und uns anschließend noch etwas am Strand gebräunt – bevor es für mich zurück nach Granada ging und meine Mutter noch eine Nacht in Málaga war. War ein wirklich schönes Wochenende! :-)

Ich hoffe euch gehts gut? Viel Erfolg bei den Klausuren usw.!! Neue Fotos sind in fb hochgeladen.

 image

 (Generalife / Alhambra)

(einer dieser berühmten Affen vom Affenfelsen; Ausblick auf Gibraltar)

24.5.11 21:19


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